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 Betreff des Beitrags: Alles im Namen des Herrn?!?
BeitragVerfasst: Fr 15. Aug 2008, 15:03 
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Registriert: So 10. Aug 2008, 19:14
Beiträge: 89
Hallo meine Lieben,
die die mich unter euch kennen wissen das ich viel über alles mögliche nachdenke und mir Gedanken zu so ziemlich allem mache... sehr oft muss ich über den Mensch seinen Glauben und auch dessen Grausamkeiten nachdenken. So gingen meine Gedanken vor einigen Tagen mal wieder um das Thema Hexenjagd. Ich frage mich wie so etwas im Namen Gottes passieren kann? Wie kann ein Mensch einen andern einfach so zu Tode foltern... oder gar am lebendigen Leib verbrennen lassen??? Mir sind einige Folter Methoden bekannt und ich finde sie sind alle extrem grausam und auch die Prozessführung war doch sehr unerbittlich. Im großen und ganzen kam man ja aus der Nummer nicht mehr raus.
Was haltet ihr persönlich davon? Ist sowas gerechtfertigt im Namen eines Glaubens????? Kann ein Mensch echt so grausam sein und sowas gut finden nur weil es einen Glauben gibt der das gut heißt????
nachdenkliche Grüße MorganeLeFay


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 Betreff des Beitrags: Re: Alles im Namen des Herrn?!?
BeitragVerfasst: So 17. Aug 2008, 16:32 
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Registriert: Mo 11. Aug 2008, 19:14
Beiträge: 95
Das ist eine schwierige Frage...ich für mich persönlich sage "Nein, es ist nicht gerchtfertigt!" Meiner Meinung nach hat (und hatte auch früher) niemand das Recht, einen Anderen aufgrund dessen Überzeugung, Lebensstils, Aussehens etc.pp. zu verurteilen oder der Folter zu übergeben. Heute gibt es dafür glücklicherweise das Grundgesetz.

Nun muss man aber leider unterscheiden zwischen dem was zum normalen Leben damals gehörte und dem was eben unter das Thema "Verbrechen" fiel. Ein Verbrechen war es, eine Hexe zu sein und dementsprechend wurden die Hexen verfolgt und verurteilt. Wer nicht zugeben wollte, dass er/sie der Hexerei schuldig war, wurde nach und nach dazu gezwungen, es zu zu geben...Was ja auch meistens gelang...Das war normal, eben weil Hexerei nicht "gesetzmäßig" war und somit verurteilt werden musste. Gesetz war was der König sagte und wenn der sagte "Hexerei ist ein Verbrechen, denn Hexen sind Verbündete des Teufels. Wer sich mit Hexen abgibt, ist nicht besser als sie und kommt in die Hölle." dann wurde danach auch gehandelt. Angst vor dem was passieren sollte, wenn man eine Hexe freundlich betrachtete, spielte sicherlich eine große Rolle dabei. So schaukelte sich das auf, es wurde überliefert und weitergegeben.

Unter diesem Aspekt betrachtet, muss ich sagen, war es gerechtfertigt, denn es war nach dem damaligen Gesetz ein Verbrechen. Verbrechen müssen bestraft werden, das ist auch heute noch so - auch wenn heute glücklicherweise die Methoden zur Aufklärung eines Verbrechens wesentlich ausgereifter sind - und auch die Ansichten über illegal/legal wesentlich anders aussehen.

Aus heutiger Sicht war es absolut ungerechtfertigt, denn Hexerei ist - nach heutigen Maßstäben - ein Lebensstil, eine Auffassung...eine Überzeugung. Und das fällt heute glücklicherwese in das Grundgesetz. Niemand darf wegen seiner Rasse, seiner Überzeugung, seiner Religion, seines Aussehens etc.pp. verurteilt oder angegriffen werden. Die Würde eines Menschen ist unantastbar.

Fazit:
Es ist Auslegungssache. Damals war es gerechtfertigt, heute wäre es das nicht mehr. Der Glaube war damals Gesetz und nach dem Gesetz musste gehandelt werden. Ethisch gesehen war es aber auch damals nicht gerechtfertigt, allein wegen des Glaubens so zu handeln, auch wenn der Glaube damals Gesetz war.

_________________
Alles liebe

eure

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 Betreff des Beitrags: Re: Alles im Namen des Herrn?!?
BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2008, 11:31 
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Administratorin
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Registriert: So 10. Aug 2008, 19:14
Beiträge: 89
Ja klar muss man unterscheiden was dmals normal und heute normal ist... allerdings war eine Hexe nicht das was man heute unter einer Hexe versteht. Leider reichte es aus das Jemand behauptete diese oder jene Person hätte hexerei betrieben oder mit dem Teufel Dinge getrieben. Das war es eher worauf ich hinaus wollte. Wer gibt einem das Recht zu entscheiden dies ist eine Hexe und diese Person verstößt gegen das Gesetzt wenn man aber nicht weiß ob das gesagte wirklich der Richtigkeit entspricht? Ich bezweifel ganz stark das es Frauen gab die mit dem unsichtbaren Teufel schliefen und Gewitter hexten um die Ernte eines Bauern zu zerstören. Wie kann sowas geschehen das Menschen so grausam sind und aufgrund eines solchen Irrsinns andere verurteilen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alles im Namen des Herrn?!?
BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2008, 21:58 
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Administratorin
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Registriert: Mo 11. Aug 2008, 19:14
Beiträge: 95
Da habe ich einen Verdacht, aber ich kann mich so gründlich irren, wie damals als ich sagte "Ich bekomme ein Mädchen!"... :lol:

Ich denke mal, dass da in vielen Fällen Antipathie gegenüber den "Hexen" bestand, Rachegelüste vielleicht oder so etwas. Viele wollten sicherlich die "Hexe" loswerden, vielleicht weil sie sie nicht leiden konnten, sie den Mann/die Frau ausgespannt hat oder sowas. Was lag näher als zu sagen "Das ist ne Hexe! Ich weiß es genau! Sie hat meinen Mann verzaubert!" Dann war die Person unter Garantie weg vom Fenster...

Oder auch wenn die "Hexe" über den Acker eines Bauern gegangen ist, sich evtl. mit ihm gestritten hat und zufällig im selben Jahr dann noch ein Hagelsturm kam und die Ernte vernichtete. Das wurde dann "mal eben" der Person in die Schuhe geschoben, mit der man Streit hatte...War diese Person dann ggf. auch noch als Letzte vor dem Hagel auf dem Acker, war die Sache ja eh klar, egal ob sie gestand oder nicht...

Zu der Sache, dass man ja nicht wußte, ob das Gesagte auch wirklich richtig war, denke ich mir mal...unter so grausiger Folter wie damals angewendet wurde...würde manch einer etwas gestehen, was er gar nicht getan hat...einfach nur damit der Schmerz aufhört...

Barbarisch, einfach barbarisch in meinen Augen...

Ich frage mich oft, wie die Menschen zu soetwas fähig sein konnten. Ich meine, ich habe auch des Öfteren mal Streit mit jemandem, kann auch einige Leute nicht ausstehen, aber deswegen schieb ich ihnen doch nicht irgendwelche Verbrechen in die Schuhe! Klar, manchen Leuten wünsche ich auch manchmal die Pest an den Hals, aber Mord?! Nichts anderes war die Hexenverfolgung in meinen Augen! Mord bzw. Auftragsmord im großen Stil! Ich finde nämlich, dass die Menschen nicht das Recht hatten (und haben!), Falschaussagen gegen andere zu machen, egal aus welchen Gründen. Sie nahmen sich dieses Recht heraus, vielleicht gab es ja auch soetwas wie Kopfgeld oder Steuerbegünstigungen oder sonstige Vorteile wenn man eine Hexe "fing" oder verriet...für Geld und/oder Macht tut manch einer fast alles...aber das ist ein anderes Thema.

_________________
Alles liebe

eure

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 Betreff des Beitrags: Re: Alles im Namen des Herrn?!?
BeitragVerfasst: Di 30. Sep 2008, 09:53 
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Registriert: Fr 26. Sep 2008, 21:54
Beiträge: 15
Hallöchen ihr Beiden,
ich interessiere mich ja auch sehr für die Hexenverfolgung und lese derzeit den Hexenhammer, der ja angeblich sowas wie das heutige Strafgesetzbuch gewesen sein soll. Ich bin leider noch am Anfang, weil das Buch nicht gerade einfach zu lesen und zu verstehen ist.
Also aus meiner Sicht ist es so, dass die Menschen es nicht besser wussten. Damals war die Menschheit nicht so zivilisiert wie heute. Wenn heute eine Person behaupten würde, er könnte einen Hagelsturm heraufbeschwören, der würde heute ausgelacht und für bekloppt gehalten. Die Leute damals hätten das sofort geglaubt.

Schuld hat in meinen Augen die Kirche, dass die Hexenverfolgung damals im so großen Stil durchgeführt worden ist. Soweit ich weiß, hat ein Kirchenmann den Hexenhammer damals verfasst und danach ist auch entschieden worden, welche Foltermethoden angewandt werden sollten, um ein Geständniss zu bekommen.
Deswegen glaubte die Bevölkerung doch, dass jede Hexe mit dem Teufel im Bunde stand und dass jede Hexe dazu in der Lage war, z.B. jedem Bauern durch einen Gewittersturm die Ernte zu vermiesen. Die Kirche gab es so vor. Ein König hielt sich auch nur an diese Angaben. Was die Kirche sagt, wird wohl wahr sein.

Gut es gab innerhalb der Kirche wohl wenige Kritiker, aber denen wurde auch der Gar ausgemacht in dem von ihnen behauptet wurde, dass auch sie mit dem Teufel im Bunde waren, soweit ich das weiß oder gelesen habe.

Eine Frage habe ich noch:
Wisst ihr ob sich irgendein Kirchenoberhaupt mal dafür entschuldigt hat, dass so viele Menschen damals umgebracht worden sind?

Ich weiß nicht, ob dieser Vergleich gerechtfertigt ist und auf Wunsch werde ich das auch sofort rausnehmen, aber die Hexenverfolgung erinnert mich an die Judenverfolgung im 3. Reich.

Wie seht ihr das?

Liebe Grüße
das Elfchen

_________________
When you go me on my Nerven i'll put you into a Gully do the deckel druff and you never come back to the Tageslicht!


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 Betreff des Beitrags: Re: Alles im Namen des Herrn?!?
BeitragVerfasst: Mi 18. Mär 2009, 16:03 
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Registriert: So 10. Aug 2008, 19:14
Beiträge: 89
Also ich finde den Vergleich gerechtfertigt das schon mal vorab.
Was den Hexenhammer angeht... ja es ist so wie du es sagst dieses Buch ist etwas ähnliches wie ein Strafgeseztbuch, dort wird geschildert wie mit einer Hexe zu verfahren sei (grausam einfach nur)
Sicher wussten es die Menschen damals nicht besser... mir stellt sich nur die Frage wie es dazu kommen konnte das Menschen dergleichen Dinge Glauben schenken konnten und wie die Kirche darauf kam Menschen im Namen des Herrn zu foltern und zu töten... noch dazu auf eine so unmenschliche und bestiealische Art und Weise. Wenn ich darüber nachdenke hängt es Sicherlich mit der Macht der Kirche zusammen denn der Kirche glaubten die Menschen ja nun mal. wie seht ihr das?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alles im Namen des Herrn?!?
BeitragVerfasst: Fr 5. Feb 2010, 19:29 
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Registriert: Di 2. Feb 2010, 00:53
Beiträge: 4
Wohnort: Sontra
Huhu,

ich denke einfach auch das es daran lag das die Menschheit damals noch nicht so aufgeklärt war wie wir heute. Die Wissenschaft steckte in den Kinderschuhen und so gab es zu vielen Dingen einfach keine plausible erklärung.

Allerdings denke ich auch das die Menschheit damals sehr wohl schon so aufgeklärt war das sie *Massen morde* ohne triftigen Grund nicht einfach hingenommen hätten. Was liegt aber näher als alles im Namen einer höheren Gewalt zu tun. Ablassbriefe waren zu der Zeit ja auch modern, und bevor man sich vielleicht bei Gott in ungnade stürzt befindet man es für gut.

Dies sind nichts desto trotz keine Gründe eine solche Grausamkeit zu rechtfertigen.

LG Melly


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